Neuigkeiten und Inspiration – ROCA Industry

Verschiedene Glasarten und ihre schalldämmenden Eigenschaften

Geschrieben von Thoralf Lindström | Jan 12, 2026 1:27:06 PM
Um unerwünschte Geräusche in Innenräumen zu reduzieren und gleichzeitig ein offenes Raumgefühl zu bewahren, ist die Wahl des richtigen Glases für Glaswände entscheidend. Doch Glas ist nicht gleich Glas. Welche Glasarten bieten die beste Schalldämmung – und welche Rolle spielen Profile, Beschläge, Dichtungen und die Montage? Die Antworten finden Sie in diesem Artikel.
 

Was beeinflusst die Schalldämmung von Glas?

Bevor wir uns mit verschiedenen Glasarten befassen, ist es hilfreich, die Faktoren zu verstehen, die die Schallabsorptionsfähigkeit von Glas beeinflussen. Die vier wichtigsten Faktoren sind:
  1. Glasdicke – dickeres Glas absorbiert Schall im Allgemeinen besser, da es eine größere Masse besitzt.
  2. Unterschiedliche Glasdicken – Kombinationen aus unterschiedlich dicken Scheiben brechen Schallwellen effektiver als symmetrische Konstruktionen mit gleicher Glasstärke.
  3. Der Abstand zwischen den Scheiben – bei Isolierglas spielt der Luft- oder Gaszwischenraum eine zentrale Rolle. Ein größerer Abstand verbessert in der Regel die Schalldämmung.
  4. Verbundschichten – Bei Verbundglas absorbiert die elastische Zwischenschicht (meist PVB-Folie) Schallschwingungen und reduziert deren Übertragung.
„Es ist wichtig zu verstehen, dass die Schalldämmung nicht allein vom Glas abhängt. Auch Profile, Beschläge, Dichtungen und die Art der Montage haben einen entscheidenden Einfluss“, erklärt Jimmy Berglund, Vertriebsmitarbeiter für Glasbeschläge bei ROCA Industry.
 
Undichte Stellen, Spalten oder starre Befestigungen können die Schalldämmung deutlich verschlechtern – selbst bei hochwertigem Glas. Eine sorgfältige Planung und fachgerechte Montage sind daher unverzichtbar.
 
 

Gängige Glasarten und ihre Schalldämmeigenschaften

1. Floatglas – das Standardglas

Floatglas ist die am häufigsten verwendete Glasart. Es ist klar, plan und besitzt keine speziellen schalldämmenden Eigenschaften.
Schalldämmung: Begrenzt. Eine Standard-Floatglasscheibe mit 4 mm Dicke hat einen Rw-Wert von ca. 28–30 dB.
Geeignet für: Ruhige Umgebungen ohne besondere Anforderungen an den Schallschutz.
 

2. Verbundglas – effektive Schalldämmung durch Zwischenschichten

Verbundglas besteht aus zwei oder mehr Glasscheiben, die durch eine Kunststofffolie miteinander verbunden sind. Diese Schicht wirkt schwingungsdämpfend und verbessert die Schalldämmung deutlich.
Schalldämmung: Sehr gut. Je nach Dicke und Anzahl der Schichten kann der Rw-Wert 35–40 dB oder sogar höher betragen.
Vorteile: Gute Schalldämmung, erhöhte Sicherheit, Splitterbindung im Bruchfall.
Geeignet für: Räume mit hohem Schallschutzbedarf, Glaswände im Innenbereich sowie Fenster an stark befahrenen Straßen oder Bahntrassen.
 

3. Isolierglas – Doppel- und Dreifachverglasung

Isolierglas besteht aus zwei oder drei Scheiben mit einem Luft- oder Gaszwischenraum. Durch unterschiedliche Glasstärken und optimierte Abstände lässt sich die Schalldämmung gezielt verbessern.
Schalldämmung: Ca. 32–36 dB, spezielle Ausführungen bis zu 45 dB.
Vorteile: Gute Kombination aus Wärme- und Schalldämmung.
Geeignet für: Wohn- und Bürogebäude mit ausgewogenen Anforderungen an Komfort und Energieeffizienz.
 

4. Akustikglas – Speziallösungen für hohe Lärmbelastung

Akustikglas ist speziell für den Schallschutz entwickelt und besteht aus mehreren laminierten Scheiben mit schalloptimierten Folien.
Schalldämmung: Sehr hoch, bis zu 45–50 dB.
Vorteile: Maximale Schalldämmung bei hoher Lichtdurchlässigkeit.
Geeignet für: Hotels, Krankenhäuser, Schulen, Büros in urbanen Lagen oder Wohnhäuser in der Nähe von Autobahnen und Flughäfen.
 

5. Asymmetrisches Glas – unterschiedliche Stärken kombinieren

Durch die Kombination von Scheiben mit unterschiedlicher Dicke (z. B. 4 mm + 6 mm) werden Schallwellen effektiver gestört als bei symmetrischem Glas.
Schalldämmung: Etwa 2–3 dB besser als bei entsprechendem symmetrischem Glas.
Vorteile: Einfache Methode zur Verbesserung der Schalldämmung bestehender Fensterkonstruktionen.
Geeignet für: Fenster, bei denen eine moderate Schalldämmung gewünscht ist, ohne die gesamte Konstruktion zu verändern.
 
 

Glaswahl und Montage – ein Gesamtsystem

Bei der Wahl des richtigen Glases geht es nicht nur um Ästhetik und Energieeinsparung. Es geht auch um Lebensqualität. Mit der richtigen Kombination aus Glas, Dicke und Konstruktion lässt sich der Lärmpegel deutlich reduzieren und eine ruhigere, angenehmere Raumatmosphäre schaffen.
 
„Eine fachgerecht montierte, gut abgedichtete Glaswand kann oft mehr zur Schalldämmung beitragen als eine höhere Glasqualität allein“, betont Jimmy Berglund.
 
Ob Neubau oder Renovierung – es lohnt sich, einen Glaser oder Innenarchitekten zu konsultieren. Das übergeordnete Ziel ist stets, störende Außengeräusche abzuschirmen und ein offenes Raumklima zu schaffen, in dem angenehme Stille herrscht.